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Blackmagic Pocket Cinema Kamera zum halben Preis | July 16, 2014

Blackmagic reduziert den Preis für die Pocket Cinema Kamera um 50%.
Klar, das Gerät hat einige Nachteile (kein Histogramm, keine interne Medien-Formatierung…), aber wer eine günstige Kamera mit Rohaufzeichnung, hohem Dynamikumfang und sofortiger Verfügbarkeit braucht, der soll zuschlagen. Wer weiß, vielleicht findet man die Kamera im Aldi neben den Tropifruti von Haribo. Die Aktion geht bis Ende August.

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DaVinci Resolve jetzt als Version 11 verfügbar | July 3, 2014

Die Version 11 nun als Beta-Release verfügbar.
Die neuen Features sind ausgelegt für On-Set-Korrekturen und Media Asset Management, wie sie DITs benötigen, vor allem aber wurde das Editing und die Kollaborations-Möglichkeiten stark verbessert. Blackmagic Design will mit DaVinci Resolve eindeutig weg von der Grading-Suite, hin zu einem Top-Level-Alleskönner.
Mit den bei Produktionen immer kürzer werdenden Produktionszeiten macht dies Sinn, solange die die Bedürfnisse aller beteiligten Berufsgruppen abgedeckt werden.

Das Pricing mit ca. 1000 Dollar ist mehr als in Ordnung. Beim Kauf der grösseren Blackmagic Design Kameras ist die Software inklusive.
Wer auf bestimmte Features verzichten kann, fährt auch mit der Lite Version gut.

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Final Cut Pro mit neuem Update | June 29, 2014

Apple stellt seit gestern ein Update für fcp X zur Verfügung. Es handelt sich um die Version 10.1.2. Die Liste mit den neuen Features sind hier zu sehen.
Besonders interessant ist der neue Apple Prores 4444 XQ mit bis zu 500 Mbits. Gleich wie der Standard 4444 Codec bietet er 12 Bit für die Quantisierung von RGB und 16 Bit für den Alphakanal. Gemäss Apple ist er auf High Dynamic Range Aufnahmen von Arri Alexa, Sony F55 und Co. ausgerichtet.

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Nikon D810 verfügbar – die neuen Features kurz zusammengefasst | June 28, 2014

Nach der Wucht der D800-Einführung im Februar 2012 erscheint bereits deren Nachfolger: Die D810. Die neuen Features sind keine Revolution, aber machen Leute glücklich, die auf der Suche nach schnellerer Serienbildreihe, höherer Empfindlichkeit, schnellerem Fokus, besserer Monitorauflösung, 1080p50/60 (nein, kein 4K) und Anpassung der Blende während Videoaufnahmen sind.
Viele neue Funktionen, besonders auch die Verarbeitung eines 1080p50 Signals bei einer Pixelmenge von 36,3 Millionen bedürfen eines leistungsfähigen Prozessors. Neu wurde entsprechend ein Expeed 4 eingebaut.
Besonderes Augenmerk liegt bei Rolling Shutter und Moirée, zwei Phänomenen, mit denen der Vorgänger noch sichtlich Mühe hatte.
Auf einen Tiefpassfilter wird nun gänzlich verzichtet, von der Zweimodell-Politik nimmt man Abschied. Damit erhöht man die Schärfe, muss aber bei Szenen mit repetitiven Mustern und Linien mit Moirée rechnen.
Wie gut die Bildqualität schließlich ausschaut, werden wir sehen. Wir sind gespannt.

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Apple Aperture wird nicht weiterentwickelt | June 28, 2014

Apple hat gestern angekündet, dass Aperture nicht weiterentwickelt wird. Dies macht aus meiner Sicht aus 2 Gründen Sinn: erstens bietet Adobe mit Lightroom die erfolgreichere und aus meiner Sicht bessere Software für Fotografen an, zweitens fokussiert sich Apple je länger desto mehr auf die Consumer und Prosumer. Es würde mich nicht erstaunen, wenn auch fcp X in einigen Jahren aus dem Portfolio von Apple gestrichen wird.

Adobe nimmt die Aperture-User mit Handkuss auf und bietet ihnen ein monatliches Abo für Lightroom und Photoshop für Fr 14.- / 12 €.

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JVC GY-HM890 IM TEST | June 27, 2014

Mit dem Modell GY-HM890 hat JVC im 2014 einen neue Schultercamcorder auf den Markt gebracht. Er bringt zahlreiche Features bei auffallend tiefem Gewicht. Wie schlägt er sich im professionellen Umfeld?

Jörg Glaser, Fachspezialist ENG (tpc switzerland ag), hat die Kamera genauer unter die Lupe genommen und sich auf die Füsse gemacht, um einem heiss diskutierten Zürcher Kulturobjekt einen Besuch abzustatten.

Die tpc Studios baten ihm nach einem verregneten Tag nicht nur Schutz, sondern auch die Möglichkeit, die Kamera in einer Studio- und in einer Low-Light-Situation zu testen.

Wie hat sich die Kamera geschlagen?

Hier findest du die Antwort

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JVC GY-HM650E – die revolutionäre VJ-Kamera | March 25, 2013


 

Videokameras heutzutage revolutionär zu nennen, ist vielfach übertrieben oder einfach ein seltenes Ereignis. Wenn der Ausdruck in der Vergangenheit berechtigt war, dann waren es Highlights wie Full-HD- oder vor nicht allzu langer Zeit die 4K Auflösung, Videofähige Spiegelreflexkameras, Super 35mm Sensoren, Roh-Aufzeichnung, Highspeed-Aufnahmen oder die Miniaturisierung der Geräte. Über den Daumen gerechnet macht das etwa eine Revolution pro Jahr.

JVC hat mit der GY-HM650E eine VJ-Kamera auf den Markt gebracht, die das ENG (electronic news gathering)-Handwerk neu definiert. Mit der Kamera ist es nun nämlich möglich, Files ohne weitere Geräte per ftp upzuloaden. An der kommenden NAB in Las Vegas wird zudem die Livestream-Funktion vorgestellt. Damit finden die Bilder den Weg zu den Fernsehstationen deutlich schneller.

JVC_GY-HM650E

Im ENG-Bereich gelten bekanntlich dieselben Regeln wie bei einem 100m-Sprint: Es gewinnt nicht jener, der am schönsten läuft, sondern wer als erster am Ziel ankommt. Und: The Winner takes it all. Wer also nicht als Erster Bilder liefert, geht häufig leer aus. Somit sind GY-HM650E-Besitzer deutlich im Vorteil, ohne sich je Dopingvorwürfe gefallen lassen zu müssen.

Den Speedvorteil holt sich die JVC gewiss nicht alleine vom FTP-Upload-Feature. Die Cam bietet nämlich die Möglichkeit, in verschiedenen Containern, Codecs, Auflösungen und Bitraten aufzuzeichnen. Zudem kann sie WLAN oder Mobile Modem Sticks per USB anstöpseln. Letztere sind mittlerweile für den 4G (LTE) Standard erhältlich und machen – sofern am Ort verfügbar – das Leben eines VJs angenehmer. Nicht auszudenken, welche zusätzlichen Möglichkeiten künftig der schnelle Mobilfunk bieten wird, wenn er zuverlässig und flächendeckend verfügbar ist. ENG wird damit sicherlich eine Revolution erleben.

Bei meinen Tests konnte ich Files von der Kamera mit LTE Stick von Huawei mit 10Mbit/s über das Swisscom Netz uploaden. Ein 2 Minuten 1080i25 Video codiert in AVCHD SP Modus (16Mbit/s), also in Broadcast-tauglichkeit, benötigte dabei etwas mehr als 3 Minuten.

Sollte die Internetgeschwindigkeit nicht genug schnell sein, ist die Kamera flexibel genug, um auch SD-Files oder gar Proxy-Files mit Datenraten von 1 Mbit/s zu generieren. Bei einer Verbindung mit EDGE bei typischen 100 kbit/s würde der Upload eines 2 Minuten Proxyvideos 20 Minuten dauern. Damit könnten News auch in abgelegenen Gebieten mit EDGE Abdeckung in vernünftiger Zeit zum Broadcaster geschickt werden, natürlich ohne Anspruch auf den Gewinn eines Kunstpreises.

Mit dem Dual-SD-Karten-Einschub kann man sogar gleichzeitig 2 verschiedene Formate aufzeichnen. Beispielsweise wird Karte A mit Full-HD MXF / XDCAM EX bespielt, während auf Karte B die Proxies gespeichert werden. Dies erlaubt einem einen schnellen Transfer für die nächsten News, ohne auf einen späteren konventionellen Schnitt in Broadcast-Qualität zu verzichten.

Leider ist das Trimmen von Videos in der Kamera nicht möglich (dieses Feature wird aber mit dem Firmware-Update mitgeliefert). Somit sollte beim Drehen darauf geachtet werden, nur Nötiges aufzunehmen, insbesondere an Orten mit langsamer Internetverbindung. Die Kamera lässt glücklicherweise zu, mehrere Files aufs Mal upzuloaden…

Mit einem bald erscheinenden Firmware-Update werden zudem Live-Streams möglich. Nicht nur gute Zeiten für jene, die ihre Bilder nicht genug schnell mit der Welt teilen konnten, sondern speziell für solche, die damit ihre Brötchen verdienen!

Ganz abgesehen von all diesen Upload- und Streaming-Features geht fast unter, dass die GY-HM650E eine mit 2.5 kg ultraleichte und kompakte VJ-Kamera ist, die fast alle Wünsche eines VJs erfüllt: Ein lichtstarkes Fujinon Objektiv F1.6-3.0, 23-fach, f=4.1-94.3mm (35mm: 29 to 667mm), 3 Objektivringe für Focus, Zoom und Blende, 3 rauscharme CMOS-Sensoren, 2 XLR-Inputs plus ein separater Mini-Jack-Eingang (AUX) für Wireless-Receiver, 3 Stufen ND-Filter, Automat-Manuell-Umschalter. Nicht gespart hat JVC auch beim Akku, der kommt nämlich von IDX, dem bekannten Hersteller für hochqualitative Kraftspeicher.

Die EBU hat die Kamera sehr genau unter die Lupe genommen und als Broadcast-Kamera im VJ-Bereich qualifiziert. Im Tech-Paper sind alle Testergebnisse zusammengefasst.

Nicht ganz begeistern kann mich der Sucher, der zwar eine hohe Auflösung aufweist, aber durch den von DLP-Projektoren bekannten Rainbow-Effekt beeinträchtigt wird. Störend ist auch der relativ laute Lüfter, der bei sensibel eingestellten Mikrofonen fein wahrnehmbar ist (wobei dieses Problem mit dem nächsten Firmware-Update gemäss JVC behoben sein wird). Zudem hat mir das Histogramm gefehlt.

Insgesamt begeistert die GY-HM650E als universelle, leichte VJ- oder ENG Kamera, die mit der Streaming- und Uploadfunktion ein konkurrenzloses wie auch revolutionäres Feature anbietet. Kombiniert mit einem Preis von rund 6000 Schweizer Franken oder 5000 Euro erstaunt es nicht, dass BBC gerade 550 Stück davon geordert hat.

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Metabones gibt Gas | August 9, 2012

Viele stehen vermutlich in einer ähnlichen Situation wie ich. Seit dem ersten Auftauchen von der Sony NEX FS700 begeistert, erste Shots und Reviews angeschaut, selber ein Testmodell probiert und dann bestellt. Leider warte ich nun seit einem Monat auf den Anruf meines Händlers, bisher vergeblich.

Anstatt Trübsal zu blasen, habe ich mich fit gemacht mit den Accessoires. Ein essentielles Teil allerdings hat lange auf sich warten lassen: der Metabones-Adapter für EF-Mount-Linsen konnte erst vor ein paar Tagen geliefert werden, nachdem ich mich vor einem Monat auf der Seite für eine Bestellung angemeldet habe.

Der schöne Nebeneffekt bei dieser Lieferverzögerung: Der Adapter wurde in der zweiten überarbeiteten Version geschickt. Gemäss Hersteller wurden folgendes überarbeitet:

  • Reflexionen innerhalb des Adapter, die zu Ghosting im Bild geführt hatten, sind nun beseitigt
  • Weniger Stromverbrauch
  • Bugs bei der Kommunikation mit der Linse sind zu einem Grossteil behoben

Jetzt stehe ich also da mit Adapter, Linsen, Akkus und SD-Karten. Vermutlich vergehen noch 3-4 Wochen, bis ich den Body empfangen darf. Bis dann packe ich wie gewohnt die 5D oder die Nikon D800 in die Videotasche und träume von 240 Frames in der Sekunde….in Full HD natürlich.

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Sony NEX-FS700 challenge | July 11, 2012

Interessanterweise hat an der diesjährigen NAB in Las Vegas die Blackmagic Cinema Kamera allen die Show gestohlen. Wahrscheinlich war es mehr wegen dem Fakt, dass Blackmagic als einer der grössten Player im TV-Business den Schritt zum Kamerasektor gewagt hat und mit einer sehr unkonventionellen zahlbaren Kamera auf den Markt gestossen ist. Für Sony als langjährige Produzentin von fast allem, was Strom verbraucht, scheint es hingegen schwieriger zu sein, die Aufmerksamkeit auf sich zu richten. Selbst bei der Ankündigung der NEX-FS700 waren keine Scharen vor dem Sony-Stand zu sehen; dabei hätte sie es verdient: 240 Frames in der Sekunde in FullHD, ein Super 35mm Sensor aus der F3, 4K-ready, HD-SDI out und eingebaute ND-Filter lassen die Augen der Kameraleute funkeln.

Kurz nach der Ankündigung schrieb ich José Garcia von Schweizer Video: “Sag mir Bescheid, wenn du die erste Kamera hast….Will die Kamera unbedingt asap testen!”

Mitte Juni durfte ich eine der ersten Serienkameras für 2 Wochen ausgiebig testen. Dazu gabs ein Compact Prime Set von Zeiss (21mm, 28mm, 50mm, 85mm) mit PL-Mount und dazu passend einen NEX-to-PL-Mount-Adapter. Zu gerne hätte ich meine Canon- und Nikon Foto-Gläser getestet, leider liessen die Adapter von Metabones noch auf sich warten….ohne die geht’s leider nicht, denn ohne eine elektronische Verbindung zwischen Kamera und Linse lässt sich die Blende nicht anpassen. In dieser Situation schätzt man mechanischen Blendenringe von alten Foto-Optiken bzw von Cine-Gläsern.

Während 2 Tagen habe ich gedreht…

Ein paar Worte zur Kamera

Beim Lesen der Specs beginnen meine Augen nach wie vor zu leuchten:

  • Super 35mm Sensor
  • Super Slomotion
  • 3G HDSDI
  • ND-Filters eingebaut
  • bald 4K fähig
  • XLR-Inputs
  • Broadcast-fähig
  • Weltweit einsetzbar (60Hz / 50Hz umschaltbar)

Sensor

  • Exmor Super35 CMOS
  • ISO 500 ratifiziert
  • 4352 x 2662 Pixels = 11.6 Megapixel
  • Fit für 4K (4096 x 2160)
  • Identischer Sensor wie F3
  • Tiefenschärfen-Charakteristik aus Kino und Werbung

ISO Messung mit einem Spotmesser

Super Slowmotion

  • Full HD bis 240 fps. In der 50Hz Einstellung lassen sich “nur” 200fps einstellen. Trick: 60Hz und 240fps verwenden und dann mit CinemaTools conformen
  • Mit geringerer Auflösung bis zu 960 fps. Für HD-Ausgabe nicht zu gebraucht. Wenn überhaupt nur bei Web-Endausgabe mit verringerter Auflösung zu empfehlen.
  • Bei 480 fps wird die vertikale Auflösung halbiert. Das Video wird bei der Aufzeichnung wieder auf FullHD skaliert.
  • Bei 960 fps wird die vertikale Auflösung nochmals halbiert; zusaätzlich wird der Sensor um Faktor 2 gecropt. Das Video wird bei der Aufzeichnung wieder auf FullHD skaliert.
  • 8 Sekunden Aufnahme bei 240fps, 9 Sekunden bei 200fps. Bei der Aufnahme wird auf einen internen Puffer geschrieben. Dieser wird dann in Echtzeit für die Speicherung auf die SD-Karte in Echtzeit ausgegeben. Bei 9 Sekunden Aufnahmedauer in 200fps bei 25fps Abspielrate dauert dieser Vorgang 9 x 200 / 25 = 72 Sek
  • Simple Bedienung; für die Umschaltung auf Super Slowmotion muss nur 2mal der S&Q Button gedrückt werden
  • Kein HD-SDI-Signal bei Puffer-Ausgabe! Slowmo kann also nicht auf einen externen Rekorder via HD-SDI aufgenommen werden.

Slow & Quickmotion

  • Timelapses einfach und schnell machbar
  • leichte Slowmotion in Realtime ohne Pufferspeicher möglich (Aufnahme in 50fps; Play in 25fps)

50p

Eine der grossen Schwachpunkte der allermeisten DSLR-Kameras ist die Unfähigkeit, 50p in FullHD aufzuzeichnen. Stellt 1080p25 für die Webausgabe kein Problem dar, ist bei Abgabe an Broadcaster mit Stirnrunzeln oder gar einer Rückweisung des Materials zu rechnen. Techniker, Editoren und Redaktionsmitglieder beklagen sich immer wieder über die ruckligen 25p-Bilder. 50i oder 50p bringt dabei deutlich weichere Bewegungen. Schnellere Schwenks sind plötzlich smooth und wirken nicht wie aus einem Maschinengewehr geschossen. Und da aus 25p kein richtiges 50i hergestellt werden kann, mit 50p aber alle gängigen Raten (25p fürs Web, 50i fürs Fernsehen und 50p für Slowmotions und künftige Fernsehverwendung) ohne grossen Aufwand und ohne Interpolation gerechnet werden können, ist 50p in den allermeisten Fällen vorzuziehen.
Bei Slowmotionaufnahmen gewinnt man hingegen die doppelte Zeit bei 25p im Vergleich zu 50p. Da die meisten Slowmos schliesslich sehr weiche Bewegungen sind, werden sie auch in 25p von Broadcastern ohne Probleme akzeptiert.

HD-SDI

  • 3G HD-SDI (z.B. für 1080p50-Übertragung auf einen externen Rekorder)
  • Robuste Verbindung (HDMI taugt im Feld nichts)
  • 4:2:2 Farbsampling
  • 8 bit Farbtiefe

Nur zu gerne hätte ich einen 10bit Ausgang. Bei Greenscreen und anderen Effekt-Shots sind die Unterschiede zwischen 256 (bei 8bit) und 1024 Helligkeitsunterschieden (bei 10bit) pro Kanal einfach riesig! Beim Keyen dankt man für jede Zusatzinformation.
Mit dem HD-SDI-Signal kann man mit externen Rekordern in Schnitt-freundliche (fast) unkomprimierte Formate aufzeichnen. Bei Projekten mit viel Footage und wenig Edit-Zeit ein wahrer Segen!

ND-Filter

Graufilter eingebaut zu haben, bedeutet weniger Gepäck! Hatte man bei DSLR für jede Linse einen oder gar mehrere Schraubfilter im Gepack, kann man nun getrost darauf verzichten. Der Drehregler ist allerdings etwas fummelig in der Bedienung.

4K-fähig

  • Roh-Video über HD-SDI
  • Grösserer Dynamikumfang
  • Aufzeichnung auf proprietärem externen Rekorder
  • Ideal für Grenscreen, Werbung, Film
  • Dieses Feature ist noch nicht verfügbar! Gemäss Sony soll das entsprechende Firmware und der Rekorder im Herbst zur Verfügung stehen. Das Upgrade ist nicht gratis; ich rechne mit Kosten um 2000CHF / Euro.

XLR

DSRL Shooters erfreuen sich ob der professionellen Audio-Inputs! VJs und News-Kameraleute kennen gar nichts anderes…

Interne Aufzeichnung:

Die Kamera zeichnet auf SD-Karte oder auf 128GB Flashspeicher (HXR-FMU128).

Codec

  • Max. 28 Mbit/s
  • 4:2:0 Farbsampling
  • Qualität erstaunlich gut trotz tiefer Datenrate
  • Für Werbung, Film und Chromakey unbedingt mit externem Rekorder arbeiten
  • Negativ: Bei den meisten Schnittsystemen ist eine Transkodierung nötig

Der Codec ist der einzige Punkt, der mir etwas Bauchschmerzen bereitet. Für Projekte, bei denen die Coloristen ihre grossen Farbtöpfe rausholen, ist AVCHD mit 28Mbit/s und 4:2:0 Farbsampling schlichtweg nicht geeignet. Für solche Drehs unbedingt einen externen Rekorder verwenden!

Für die meisten Videos, sei es fürs TV oder Web, ist der Codec allerdings ausreichend.

Monitor

  • Helligkeit gut
  • Auflösung nicht überzeugend
  • Mit dem S35mm Sensor ist die Schärfe ein nie zu verachtender Punkt! Bei Kino-, und Werbeproduktionen ein Muss, ist ein externer Monitor mit erhöhter Auflösung mehr als nur ein nettes Gadget!

Handling

  • Top-Handle sehr robust
  • Side-Handle weniger robust, dafür ergonomisch
  • Stabilisierung am Oberkörper gut möglich
  • Expanded Focus Knopf am richtigen Ort
  • Geringes Gewicht macht die Kamera für viele Anwendungen einsetzbar.
  • Negativ: Sehr viele Buttons verteilt am ganzen Body

Ausbaufähigkeit

  • Zahlreiche Schraubgewinde am Body
  • Zahlreiches Zusatzequipment von externen Firmen erhältlich (z.B: www.solidcamera.com)

Linsen

  • Mitgeliefertes Objektiv entspricht nicht den Fähigkeiten der Kamera
  • Diverse Adapter erhältlich
  • Spannend: A-Mount-Objektive von Sony. Bald mit motorisiertem Zoom, zumindest lassen die vorhandene Zoomwippe am Handle und Aussagen aus Sonys Marketingsabteilung dies erahnen.
  • Canon EF-Linsen: Mount-Adapter sind erhältlich von Metabones. Es handelt sich um Adapter, die nicht nur mechanisch Linse und Body zusammenbringen, sondern auch die Kommunikation zwischen diesen beiden Teilen zulassen.

Dynamikumfang

  • Ich habe ca. 9.5 Blenden gemessen (bei 500 ISO und Cine2 Picture Profile). Andere Tester kommen auf 11.5 Blenden…
  • mit Cine 2 Picture Profile wird Dynamikumfang erhöht
  • Leider kein S-Log vorhanden
  • Im Vergleich zu DSLR-Kameras gewinnt man ca. 1-1.5 Blenden

Rolling Shutter

Rolling Shutter; Steilerer Strich = Sony; Overlay aus Still ab Sony und Still ab Canon

Die beiden Kameras waren auf einem Rig montiert und wurden gemeinsam bewegt. Der Rolling Shutter der Sony NEX-FS700 ist ca. 20-30% weniger ausgeprägt als bei der Canon 5D Mk2.

Low Light

Die Kamera hat mir auch in Low-Light Situationen sehr zugesagt. Bis 4000 ISO kann ich für die meisten TV-Produktionen ohne schlechtes Gewissen verwenden!

Moirée

  • In normalem Modus: nicht offensichtlich
  • In Slowmotion Modus: leichte Artefakte, bin mir aber nicht sicher, ob diese mit Moirée-Artefakte sind.

Mein Fazit:

Die Kamera ist unglaublich vielseitig und dennoch leicht. Der Preis ist heiss! Die Slowmo das Killerkriterium!

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Ein paar Gedanken zu Highspeed-Video-Aufnahmen | April 17, 2012

Highspeed-Kameras gibt es schon lange: Die schnellsten Filmkameras schossen schon vor Jahrzehnten viele Tausend Negativ-Filmframes pro Sekunde durch das Filmgate. In der digitalen Welt erreicht man heute Geschwindigkeiten von mehreren Millionen Bildern pro Sekunde.

Analyse, Sänfte und Spektakel

Highspeedkameras wurden entwickelt, um schnelle Aktionen bei industriellen oder militärischen Prozessen (z.B Projektilverhalten und Ballistik) einfangen zu können. Solche Prozesse sind mit blossem Auge nicht wahrnehmbar, da sie zu schnell sind. Aus dem selben Grund werden bei Auto-Crashtests solche Kameras verwendet.

In der Unterhaltungsindustrie sind Highspeedkameras in einzelnen Sparten im Einsatz. Besonders bei Werbungen oder Sport- oder Musikvideos wird häufig mit höheren Bildraten aufgenommen.

Der Zuschauer empfindet Sänfte, sieht er eine Frau in Zeitlupe mit der Hand durch ein Seidentuch fahren, oder spürt Spektakel, sieht er verlangsamte Bilder eines Snowboarders, der scheinbar grenzenlos durch die Lüfte schwebt. Oder es werden ihm ganz neue Perspektiven eröffnet, wie folgendes Beispiel zeigt:

Canon Bring Colour To life from Christopher Hewitt on Vimeo.

Flächendeckend – also auch bei Pro- und Konsumerkameras – hat sich Highspeed noch nicht durchsetzen können. Der Grund liegt bei den technischen Anforderungen an ein solches Gerät.

Wie funktionert Highspeed?

Interessanterweise waren viele Filmkameras darauf ausgerichtet, höhere Bildraten zu erreichen. Die beliebte 16mm-Kamera ARRIFLEX 16 sr3 aus dem Jahr 1992 konnte in der Standardversion 75 und in der HS-Version 15o Bilder pro Sekunde (fps) belichten.

Um höhere Raten zu erzielen, mussten spezielle Tricks angewandt werden. Beispielsweise musste ein Verfahren entwickelt werden, damit die Stop-and-Go-Bewegung beim Fixieren des Films während der Belichtung umgangen werden konnte. Dies führte nämlich unweigerlich zu einem Riss des Films. Rotierende Spiegel und Prismen waren die Lösung und ermöglichten Bildraten von über 100’000 fps. Interessant: Der Film musste dabei mit einer Geschwindigkeit jenseits der Schallgrenze transportiert werden.

Im digitalen Zeitalter scheinen die physikalischen Grenzen verschwunden zu sein. Mehrere Millionen Frames pro Sekunden lassen sich mit kleiner Auflösung aufzeichnen. Bei 4 Megapixel lassen sich aber immer noch mehrere Tausend Bilder speichern. Schnelle Sensoren, flinke Bildbearbeitungs-Prozessoren und rasante Aufzeichnung müssen dafür alle gleichsam vorhanden sein. 1 Sekunde rohe Datenauslesung des Sensors mit einer Full-HD-Auflösung und einer Rate von 1000 fps kommt schnell auf 1 GB. RAM als schnellen Speicher ist besonders geeignet, um diese Datenraten einzufangen. So hat sich der Workflow entwickelt, dass die vom Sensor und Image-Prozessor gelieferten Daten zuerst auf in der Kamera integriertes RAM gespeichert wird, um diese erst in einem nächsten Schritt auf Festplatte zu speichern. Viele Industriekameras werden per Gigabit-Ethernet über einen normalen RJ-45 Stecker an einem Computer angedockt, wo das Bildmaterial mit einer mitgelieferten Software visioniert, eventuell gekürzt und dann von der Kamera auf die interne Festplatte gespeichert wird. Diese Video-Daten sind meist in einem Rohformat (8-12 bit) vorhanden und können mit demselben Programm in gängigere Formate umgewandelt werden.

Wo liegt das Problem?

Das Hauptproblem liegt darin, dass schnelle Verschlusszeiten mehr Licht benötigen. Bei 1000 fps führt erst die 40-fache Erhöhung des Lichts zur selben Belichtung wie bei 25fps. Bei Aussenaufnahmen im Sonnelicht mag dies noch gut gelingen, bei Studioaufnahmen fährt man doch mit grösseren Lampen rein. 5K-Scheinwerfer sind je nach Distanz zum Objekt minimal nötig!

Ein weiteres Problem ist der mühsame und langwierige Transfer der Daten auf den Computer. Dies kann je nach Hersteller 10min dauern, will man 5 Sekunden Bildmaterial aufgenommen mit einer Geschwindigkeit von 1000fps verschieben. Dieser Vorgang muss häufig gemacht werden, da die kamerainternen RAM-Speicher häufig nicht mehr als 8GB bieten und vor allem die Daten bei RAM nur flüchtig gespeichert sind. Stellt die Kamera ab, sind die Daten, die nur auf dem RAM gespeichert waren, weg!

Die Herkunft aus der Industrie ist den meisten Highspeedkamera-Systemen anzusehen. Wenn überhaupt – häufig nur mit einem kleinen internen Akku ausgerüstet, eignen sich solche Kameras nicht wirklich für Handheld-Shots. Dass anstatt mit Tausendstel einer Sekunde nur mit Milli- und Mikrosekunden gerechnet wird und Auflösungen, die den Fernseh- oder Kinonormen nicht im geringsten nahe kommen (und nicht zuletzt der Umstand, dass häufig keine Monitore in den Kameras verbaut werden), zeigen, dass die Unterhaltungsindustrie nicht der Hispeed-Aufnahmen Geburtsort ist.

Zwar haben sich ein paar wenige Kamerahersteller in die Kino- und Werbewelt eingenistet. Allen voran Vision Research mit der mehrfach ausgezeichneten Phantom Flex; nebst gängigen HD-Auflösungen (und grösser) stehen HD-SDI Outputs zur Verfügung, mit denen man ein unkomprimiertes Livebild ausspielen kann. Das Filehandling ist mit ultraschnellen Kamera-internen Speichermedien (zur Speicherung der Daten aus dem RAM) deutlich Film-Set tauglicher! Doch mit ca. 100’000 Euro schlägt ein solches Gerät fast jeden potentiellen Kunden in die Flucht. Das Mieten ist somit in den allermeisten Fällen die unausweichliche Alternative.

Für die meisten Kameraleute im Kino- wie im TV-Bereich gehört der Umgang mit solchen Spezialkameras also noch lange nicht zum Tagesgeschäft. In den meisten Fällen müssen Spezialfirmen angeheuert werden. Der Aufwand und die Kosten sind erheblich, sodass viele Produzenten auf Hispeed verzichten.

Wo ist die Lösung?

Die Zeit für die Demokratisierung des Highspeed in der Unterhaltungsindustrie ist nun gekommen. Als ich die Specs der neuen Sony NEX FS-700 gelesen habe, wurde mir klar, dass die neuen Kameragenerationen das lang erwartete 1080p50 nicht nur erreichen, sondern frech um das Vielfache übertreffen! Wie herrlich die Zeiten, bei denen ein paar Tage später Canon mit der C500 120fps in 4K ankündigt, zwar zu einem stolzen Preis von voraussichtlich 30’ooo Euro, aber trotzdem verpackt in einem Body, der häufig auf ENG / TV Produktionen anzutreffen sein wird! Klar: Hier sprechen wir nicht von 1000fps, aber bereits mit 120, oder gar 240 fps lassen sich die verblüffenden Effekte erzielen, damit der Zuschauer Sänfte oder Spektakel erlebt! RED Evangelisten mögen Recht haben, wenn sie monieren, dass die RED one schon vor 3 Jahren 120 fps aufzeichnen konnte. Doch sie war und ist vor allem für aufwändigere Film- und TV-Produktionen im Einsatz.

Schliesslich sind die neuen Sensor-Generationen so sensitiv wie nie zuvor! Selbst bei 240fps wird man ohne teures und stromhungriges Licht nicht auf Innenaufnahmen verzichten müssen!

Highspeed gehört nun allen

Good times, video guys, good times!

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